5G-Mobilfunkstandard: Wie kann 5G die Welt verändern?

17 Jun, 2019

Im Hamburger Hafen erforscht Hendrik Roreger, Leiter der Business Intelligence in der Hamburg Port Authority (HPA), seit einiger Zeit die Möglichkeiten und Risiken des neuen 5G-Mobilfunknetztes. Gemeinsam mit der Deutschen Telekom und Nokia werden hier seit eineinhalb Jahren dutzende Chips auf besonders schnellen Frequenzen getestet. Es handelt sich dabei um ein weltweit einzigartiges Projekt, durch welches die Betreiber herausfinden wollten, ob 5G wirklich der Mobilfunkstandard ist, auf den Endverbraucher und Unternehmen gewartet haben.

Ist der neue 5G-Mobilfunkstandard wirklich die Zukunft Deutschlands?

"Die Möglichkeiten sind gewaltig", sagt Roreger gegenüber dem Focus Deutschland, nachdem knapp 6,65 Milliarden Euro bei den Versteigerungen der 5G-Frequenzblöcke am Mittwoch an den Bund geflossen sind. "Der Mobilfunk ist für Unternehmen mit 5G erwachsen geworden", äußert sich Roreger außerdem. Im 8000 Hektar großen Hafengelände wird seit Anfang 2018 am 5G-Netzstandard geforscht, wobei Roreger und seine Teams wertvolle Erkenntnisse über das 5G-Netz gewinnen konnten.

Mit 5G könnte man, wie ein Testprojekt zeigt, auch beispielsweise mobile Ampeln – also Baustellenampeln – und weitere mobile Geräte ansteuern, nicht nur Smartphones und Tablets. "Wir können alles ans Netz anschließen, was sich bewegt und über einen elektronischen Schaltkreis verfügt", heißt es weiter. Für große LKW-Kolonnen oder Diplomatenfahrten könnte eine Leitstelle so eine durchgehende Grünphase schalten, um den Transport von Menschen und Waren ohne Komplikationen zu gewährleisten. "5G ist deswegen so attraktiv, weil wir alles ans Internet anschleißen können, wa sich bewegt".

Den Möglichkeiten des 5G-Netzstandards sind keine Grenzen gesetzt

Roregers Teams experimentieren in Kooperation mit der Flotte Hamburg mit Chips, die ständig die Luftqualität messten und an einen Server sendeten, wo diese ausgewertet werden konnten. Außerdem gab es Experimente mit VR-Brillen, die es Bauingenieuren erleichtern sollten, zum Beispiel große Brücken oder sonstige Großanlagen zu reparieren, indem der Chip in der VR-Brille in Echtzeit verschiedene Instruktionen, Baupläne und weitere Informationen über die marode Brücke zur Verfügung stellt. "In Zukunft könnte alles miteinander verbunden sein", sagt Roreger. Das 4G-Netz wäre hingegen schon an seine Grenzen gestoßen, wenn Hunderttausende Menschen gleichzeitig ihre Weihnachtsgrüße an ihre Freunde und Verwandten schicken wollten.